Initiative

Ziel dieser Initiative ist es, in Paderborn das Gespräch zur Baukultur anzuregen, über laufende Projekte zu informieren und aktuelle Tendenzen zu diskutieren.

Anstehende Großprojekte wie das neue Stadthaus oder die Konversion der britischen Kasernen, aber auch die Neugestaltung der Königsplätze bieten viele Chancen auf eine Erhöhung der Attraktivität der Stadt.

Insbesondere möchte ich mich für die Förderung einer zeitgenössischen, hochwertigen Architektur im Bereich der entstehenden öffentlichen Räume und Gebäude durch die Etablierung von Architekturwettbewerben und vergleichbaren Verfahren einsetzen.
Aber auch eine neue Art des Denkmalschutzes steht im Zentrum dieser Initiative.
Hierbei umfasst der Denkmalbegriff nicht nur einzelne Häuser, sondern das Erscheinungsbild der Stadt.

Baukultur durch Architekturwettbewerbe
Der Wettbewerb ist ein erfolgreiches Mittel, um für eine komplexe Bauaufgabe über den Abruf einer Vielzahl von Lösungsansätzen die beste Lösung zu finden.
Oft ist in der Praxis das Verhandlungsverfahren vorherrschend, in dem nur noch einige wenige Büros eingeladen werden, um über das Honorar zu verhandeln. Vergaberechtlich ist das natürlich möglich und korrekt. Aber ohne Verfahren, in denen mehrere Planer/innen sich im Wettbewerb um die beste Lösung bemühen, kann im Segment öffentlicher Neubauten keine höchste Qualität entstehen.

Das Land NRW konstatiert in seiner Bekanntmachung der baupolitischen Ziele des Landes Nordrhein-Westfalen RdErl. d. Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport – III. 3 – B 1013 – v. 19.10.2002:

„Das Land bleibt in der Verpflichtung, auch über das Bauen neue Kulturleistungen zu erbringen. […]
Gute Architektur und kostenbewusstes Bauen sind kein Widerspruch. […]
Vor allem aber schaffen Architektenwettbewerbe die Voraussetzungen für optimale Lösungsansätze in funktionaler, wirtschaftlicher, gestalterischer, städtebaulicher und ökologischer Hinsicht. Sie machen darüber hinaus die Gestaltung unserer gebauten Umwelt für die Öffentlichkeit nachvollziehbar, weil sie ein hohes Maß an Transparenz aufweisen. Im Architektenwettbewerb zeigt sich die Demokratie als Bauherr besonders gut.
Der Architektenwettbewerb ist im Kern ein Stück Demokratie.“

Was Land und auch Bund im Großen praktizieren, ist auch für die Städte jeder Größe eine sehr sinnvolle Option. Bei Bauaufgaben mit Honoraren über dem Schwellenwert, die zu einer EU-weiten Ausschreibung verpflichten (ab ca. 200.000,00 € Architektenhonorar nach HOAI), bietet der Wettbewerb die Möglichkeit, die verfügbaren Gelder wirtschaftlich für eine qualitativ hervorragende Lösung einzusetzen. Die Planungsbüros geben im Wettstreit das Beste. Nur in diesem Beruf ist so eine Praxis überhaupt gängig – und sinnvoll! Die zusätzlichen Ausgaben für den Wettbewerb amortisieren sich erwiesen durch Studien i.d.R. im Bauprozess durch einen reibungsloseren Ablauf.

Baukultur durch Denkmalschutz
Durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) sind unsere historischen Gebäude von einer ganz neuen Seite bedroht – die Auswirkungen sind vielmals noch gar nicht einschätzbar. Es verschwinden nicht die hochwertigsten Kulturdenkmäler, es sind eher die vielen schönen Häuschen in zweiter Reihe, die unsere Viertel rahmen und das „Fleisch“ unserer schönen Städte bilden, die unter Wärmedämmfassaden verschwinden. Den Denkmalschutz stärken heißt, die prägenden Schmuckstücke unserer Stadt herauszuarbeiten, aber vielleicht auch, mehr Anreize zu schaffen, Gebäude unter Schutz zu stellen, um den Charakter von Ensembles zu erhalten und Baugeschichte lesbar zu lassen.

Für Paderborn ist es wünschenswert, die bestehenden Kulturdenkmäler vor Abriss, unsachgemäßer Sanierung und Verunstaltung zu schützen. Über die Bildung von Anreizen zum Erwerb könnten denkmalgeschützte Objekte eine größere Aufmerksamkeit erlangen. Kleine Förderprogramme der Stadt zur Unterstützung von Sanierungen für Privateigentümer/innen mögen ein weiterer Baustein sein, um den Denkmalschutz zu stärken.

Architekturwettbewerbe und Denkmalschutz stehen im Zentrum der Initiative. Es werden jedoch auch andere Prozesse beobachtet und hinterfragt. Hierbei sind zu nennen der Umgang mit den Bauten der Nachkriegszeit und die Tendenzen der Flächenversiegelung im ländlichen Raum.

Mein Interesse ist es auch, über den Tellerrand zu schauen. Prozesse, die hier am Beispiel Paderborn zu beobachten sind, stehen stellvertretend für die Entwicklung anderer Oberzentren, mittlerer Großstädte und für ländliche Gebiete in ganz Deutschland.
Diese – in Wirklichkeit überregionale – Bedeutung und ihre Einbettung in einen größeren Zusammenhang ist ebenfalls ein Anliegen der Initiative Baukultur, Paderborn.

Sie finden uns auch unter www.facebook.com/baukulturpaderborn und www.twitter.com/baukulturpb.

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