Rückblick zum Baukulturcamp #bc15ms

Vom 18. – 20.09.2015 fand in Münster das erste selbstorganisierte Baukulturcamp statt. Mit meinen Kollegen Jan Kampshoff und Christian Wendling entstand Anfang des Jahres der Impuls, ein Treffen für nicht-institutionell gebundene Baukulturvermittler/innen zu organisieren und und sich informell auszutauschen. So war die Idee zum ersten Baukulturcamp geboren.

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Foto: ©Christian Wendling

Ort des Geschehens waren die wunderschönen Räume des Westfälisches Kunstvereins in Münster, im Gebäude des neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur in der Innenstadt.

Programmpunkt Nummer eins war die Verleihung des Westfälischen Baukulturpreises, ausgelobt vom Landesverband Westfalen-Lippe (LWL). Dieser wurde in diesem Jahr zum ersten Mal in zwei Kategorien vergeben: zu der klassischen Architekturpreis-Kategorie kam ein Sonderpreis für Initiativen dazu. In der Veranstaltung bekamen wir einen ganz guten Überblick zu Projekten und Gruppe in Westfalen. Der Preisträger der Objekte, das ein Auslassbauwerk für ein Hochwasserrückhaltebecken von B.A.S. Kopperschmidt + Moczala GmbH in Dortmund-Mengede schien mir sehr preiswürdig und ich werde es aufnehmen in meine Liste nächster Ausflugsziele – hier ist mit einem technischen Bauwerk in Verbindung mit der Landschaft ein schöner Ort entstanden.

Der Preis zeigte vor allem, wie reich die Landschaft der Baukulturvermittlung in den letzten Jahren geworden ist – eine Übersicht der Teilnehmer der Sonderpreise findet sich hier.

Alles in allem eine schöne Ergänzung zu unserem Camp. Von den TeilnehmerInnen waren zum Abend schon einige da, beim anschließenden Ausklang hatten wir auch schon einige mögliche Themen für den nächsten Tag auf dem Tisch.

Am Samstag morgen gab es gemeinsames Frühstück auf dem herrlichen Münsteraner Wochenmarkt, man glaubt kaum dass es so einen intakten Wochenmarkt überhaupt noch gibt (außer in Paderborn natürlich 😉 – beim Kaffee im Schatten des Doms fühlte mich schon etwas an Italien erinnert.

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Foto: ©Christian Wendling

Danach starteten wir das Camp! In einer Vorstellungsrunde kamen alle zu Wort – erschienen waren: Daniela Bennewitz, Gina Doormann, Ronnie Doormann, Kristina Enders, Turit Fröbe, Dr. Hanna Hinrichs, Vera Kalkhoff, Tono Deßen, Jeanette Merker, Dorothea Müth, Sebastian Niekamp, Georg Pohl, Carsten Schade, Martin Schmidt, Eberhard Syring. Mehr Informationen zu den Hintergründen der Einzelnen, ihrer eigenen Projekte und Initiativen findet ihr auf der Teilnehmerseite des Baukulturcamps.

Wir schrieben Diskussionsthemen mit, ordneten sie thematisch und listeten sie am Schaufenster zur Stadt auf. Im Ergebnis stimmten wir ab, zwei Themen flogen raus, alles andere wurde zugelassen und in Gruppen besprochen. So kamen unterschiedliche Themen auf die Agenda, z.B. zur Kommunikation, Vernetzung und neuen Formaten der Baukulturvermittlung [Dokumentation auf der Seite Baukulturcamp ist in Arbeit].

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Foto: ©Christian Wendling

Wesentlich war die Atmosphäre eines gleichberechtigten Austauschs und einer entspannten Arbeitsatmosphäre zu unseren Lieblingsthemen – und es war zumindest für mich eine Freude, so viele Gleichgesinnte kennenzulernen.

Nach vielen Worten, Projektideen und Skizzen schauten wir uns zum Abend noch die Otto-Piene-Ausstellung im LWL-Museum an – sehr schön inszeniert – absolut sehenswert. Das Museum an sich kennen sicherlich viele schon – die Schaffung einer Platzabfolge von innen nach außen funktioniert wunderbar – der Raum wurde zumindest an diesem Wochenende sehr gut angenommen und die innerste Halle des Museums war durchgehend gut besucht – da ist Münster um einen öffentlichen Ort reicher geworden – auch wenn ich das rückgebaute Vorgängergebäude aus den 70er-Jahren mit der noch umfangreicheren Fassadenlichtkunst von Piene ebenfalls sehr gut fand.

Am Sonntag trafen wir uns in kleiner Gruppe zur Fahrradtour durch Münster. Fahrradstadt Münster – ein Klischee? Mitnichten. Alles ist auf kürzestem Weg erreichbar und die Infrastruktur für Fahrräder ist hervorragend. Allein die Radstation am Bahnhof, die uns in kürzester Zeit für einen schmalen Taler Super-Stadträder zur Verfügung stellte – besser geht es kaum. So hatte Jan uns auf der Tour vieles zu berichten, zeigte städtebauliche und architektonische Schätze und blickte zurück zur Kunstausstellung im öffentlichen Raum, Skulpturprojekte Münster 2007, die im Stadtbild ihre Spuren hinterlassen haben und im kommenden Jahr erneut durchgeführt werden.

Fazit: Das Camp war aus meiner Sicht ein großer Erfolg. Sich gegenseitig eine Stimme zu geben, Gemeinsamkeiten und Strategien zu besprechen in einem informellen Rahmen ist etwas anderes als ein Türangelgespräch auf Fortbildungsveranstaltungen.

Aus dem Wochenende wird ein neues Projekt entstehen, und es soll auch im nächsten Jahr wieder ein Camp geben – mehr wird aber noch nicht verraten!

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Foto: ©Christian Wendling