CINCOCUESTIONES // Oliver Grebe, Köln

Oliver Grebe

Oliver Grebe ist ein Kollege in der Baukulturvermittlung – anders als ich setzt er sich jedoch stark für ein einzelnes Haus ein: das Rheinparkcafé in Köln. Um das Rettungsorchester dieser architektonischen Perle aus den 50er-Jahren zu unterstützen, gründete er 2013 die Initiative „Perle sucht Dame“: www.rheinparkcafe-koeln.de.

Oliver Grebe wuchs als Sohn eines deutschen Entwicklungshelfers in Lateinamerika auf. Nach Architekturstudium in Aachen und Madrid arbeitete er freischaffend in Managua und in Köln bei DEWEYMULLER. Nach einer Masterarbeit an der FH Köln 2005 zog es ihn weiter nach Barcelona. Von 2011 bis 2013 betreute er als als Mitarbeiter des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) Umbaumaßnahmen für den Deutschen Bundestages in Berlin. Seit 2013 lebt er mit seiner Familie wieder in Köln. Einer seiner ersten Wege führte ihn zum Parkcafé im Rheinpark – einer alten Liebe!

Herr Grebe, Was verstehen Sie unter Baukultur?

Ist für mich die Gesamtheit der uns umgebenden Bauten und Stadträume. Was umgibt uns, wo halten wir uns auf? Welche Bedeutung hat es für uns und wie nutzen wir es, bzw. gehen wir damit um?

Was ist der USP (Unique Selling Point) von Baukultur?

Musste das Wort erst einmal googeln, also das Alleinstellungsmerkmal von Baukultur?

Finde den Begriff schwierig in diesem Zusammenhang. Baukultur ist für mich Vielfalt. Bei einem einzelnen Gebäude könnte ich einen USP über den Kontext benennen – bei Baukultur denke ich eher an Haltung und Einstellung, also keine werbespezifischen Begriffe… ich muss passen.

Wie kann Baukultur entstehen?

a. von oben: Als Implantat – oder b. als Geschenk von unten: Über den Wunsch die eigene Umwelt mitzugestalten, einen gesellschaftlichen Dialog darüber was Baukultur überhaupt ist und Strukturen die eine Umsetzung fördern.

Wie kann Baukultur in Zeiten des Klimawandels unsere Welt besser machen?

Die Baukultur formt unsere Umwelt – ob gute oder schlechte – und prägt uns selbst. Im besten Fall beeinflussen uns qualitative Räume und Materialien positiv. Die Diskussion über Baukultur ist eine Auseinandersetzung über die Art unserer baulichen Umwelt. Welche Prioritäten stellen wir in den Vordergrund um den Titel „nachhaltig“ zu vergeben? Baukultur kann dazu beitragen diesen Dialog zu fördern und uns für einen Wandel zu sensibilisieren.

Wie ist Ihre Vision von einem Ort, in dem Baukultur gelebt und umgesetzt wird?

Der Ort ist austauschbar, es braucht Akteure mit gemeinsamen Idealen und gemeinsamen Taten.