Studentenappartments Cheruskerstraße – ein verfahrenes Verfahren

Investoren tun der Stadt nicht per se Gutes – schön, dass man in Paderborn nicht alles bauen darf. Hierzu berichtet die Neue Westfälische hier.

Der Streit um den Bau von Studentenwohnungen an der Cheruskerstraße wird morgen vielleicht zu den Akten gelegt: Das Verfahren um die Genehmigung des Entwurfs soll in der morgigen Sitzung des Bauausschusses eingestellt werden – der Antrag wird in der Beschlussvorlage gestellt.

Gut so – der Entwurf verspricht eine monotone, unispirierte, allein auf wirtschaftlichen Belange des Investors zugeschnittene Architektur mitten in der Innenstadt – ohne Aufenthaltsqualität oder gar eine Aufwertung der Umgebung. Auf den ersten Blick sieht die Planung aus wie eine Machbarkeitsstudie mit der Frage: „Wieviel passt denn auf das Grundstück?“

©Holger KOSBAB

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Lobenswert, dass sich die Stadt mangels Kooperationsbereitschaft der Investoren nicht hinreissen lässt, das Vorhaben weiter zu unterstützen.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass Planungen dieser Größe bereits im ersten Schritt durch einen Gestaltungsbeirat modifiziert bzw. abgelehnt werden.

Besser noch wäre es, die Bebauung an die Durchführung eines unabhängigen Architekturwettbewerbs zu knüpfen, in dem vorab die Prämissen gesetzt werden und dann unter vielen Lösungen ausgesucht werden könnte. Eine Finanzierung zwischen Stadt und Investor wäre wirtschaftlich – die Beteiligung der Stadt sichert die Qualität und Unabhängigkeit des Wettbewerbs, die Beteiligung des Investors ist im Zusammenhang mit der Zahlung eines Honorars für die Vorplanung, welche dann im Wettbewerb erarbeitet wird, ebenfalls mehr als zumutbar.

Im Ergebnis würde die Stadt hochwertigere Planungen erhalten und der Investor würde ebenfalls profitieren – eine Win-Win-Situation.