Baukultur-Gipfel in der Paderstadt

Am Mittwoch fand die Abschlussveranstaltung zum Modellvorhaben Baukultur in der Praxis statt. Der Historische Saal des Rathauses war gut gefüllt mit ca. 100 angemeldeten Gäste. Das Programm wurde von Moderator Klaus Beck als Menukarte mit diversen Gängen präsentiert. Berichtet wurde zu den einzelnen Aktionen aus dem Projekt, allen voran der Universitäten, aber auch zu den von der Stadt zum ersten Mal initiierten Werkstattverfahren zum Dom- und Markplatz und zur Flusslandschaft Pader. Turit Fröbe präsentierte die im Jovis-Verlag erschienene, frische Dokumentation ihres Stadtdenker-Projektes. Der Abend mündete in eine Podiumsdiskussion, die andere Künste mit der Baukultur in Verbindung bringen sollte, Sternekoch Elmar Simon und Musiker Ulrich Lettermann hatten ihre ganz eigenen Ansichten und es entwickelte sich ein entspannter Austausch ‚zwischen den Künsten‘ – ganz im Sinne der Paderborner Konsenskultur.

Sehr begrüßenswert war die Tatsache, dass nicht nur interessierte BürgerInnen und Fachpublikum den Weg in das Rathaus fanden, sondern auch Vertreter der Baukultur aus der Landesregierung und vom Landesverband Westfalen-Lippe in Münster. Die Gelegenheit, sich anlässlich des Paderborner Projektes auch zu überregionalen Themen auszutauschen, wurde genutzt – ein kleines Baukultur-Gipfeltreffen in der Paderstadt.

abschluu_exwost_090414

Das Fest war schön, jetzt kommt die Ernüchterung, verbunden mit der Frage: Wie wird sich Paderborn in Zukunft mit Baukultur auseinandersetzen? Nach ExWoSt ist vor ExWoSt?

Das glaube ich nicht. Die Bemühungen der Stadt, Punkte aus dem Programm in das Alltagsgeschäft zu integrieren, sind deutlich zu spüren. Nicht zuletzt hierzu gab es schon im Februar einen Ratsbeschluss, neue Wege zur Förderung und Wertschätzung von Baukultur auf den Weg zu bringen, allen voran ein Baukultur-Award der Stadt, eine Mitgliedschaft im Förderverein Baukultur der Bundestiftung Baukultur und die Fortführung der Projektgruppe Baukultur. Die Sitzungsvorlage zu den beschlossenen Maßnahmen aus dem Bauausschuss vom 06.02.2014 ist hier (öffentlich) einsehbar. Anlässlich der Sitzung wurde durch Ratsherr Thomas Sprute sogar zur Einrichtung eines Gestaltungsbeirates angeregt – eine sehr gute Idee, sich angesichts so vieler stadtbildprägender Projekte eine fundierte Stellungnahme von Experten einzuholen.

Zurück zum Fest. Deutlich aus der Vorstellung von Frau Warnecke, aber auch in den Vorträgen von Lars-Christian Uhlig und Prof. Florian Kluge wurde hingegen auch, dass man Baukultur nicht alleine machen kann. Unterstützung aus der Kollegenschaft und Engagement der BürgerInnen sind gefordert – zivilgesellschaftliche Initiative ist eine Voraussetzung zum Gelingen von Baukultur.

Baukultur ist kein Luxus ist, den man sich leisten können muss, sondern ein sinnvoller Baustein, die Qualität und Akzeptanz gebauter Produkte ungleich zu erhöhen, ohne mehr Geld auszugeben. Paderborn macht sich auf den Weg.

 

 

> Die Pressemitteilung der Stadt Paderborn zum Abschluss des Modellvorhabens findet sich hier.