CINCOCUESTIONES // Turit Fröbe, Stadtdenkerin

Ab April gibt es ein neues Fomat im Blog. Mit CINCOCUESTIONES fünf Fragen zur Baukultur frage ich monatlich ExpertInnen und Interessierte zu Baukultur – immer zum Ersten des Monats erscheint ein neues Testimonial. Den Anfang macht heute Turit Fröbe!

Turit FröbeDie Architekturhistorikerin und Urbanistin ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Architektur an der Universität der Künste in Berlin. 2013 hat sie in Paderborn die Woche der Stadtdenker organisiert und hierzu das Bauch ‚Stadtdenker. Spielraum für urbane Entdeckungen‘ herausgegeben. Gleichzeitig ist sie gefragte Expertin für das Thema Bausünden, hierzu hat sie im vergangenen Jahr das erfolgreiche Buch ‚Die Kunst der Bausünde‘ veröffentlicht.

Was verstehen Sie unter Baukultur?

Baukultur ist für mich keine Frage der Qualität, sondern zunächst einmal die Summe aller gebauten Erscheinungen. Sie umfasst sämtliche baulichen Leistungen einer Gesellschaft – historische wie aktuelle,  von der „Baukunst“ bis zur „Bausünde“. Graduierungen und Unterschiede ergeben sich aus der Planungskultur und dem Bewusstsein für gebautem Raum und Architektur, das in den einzelnen Städten vorliegt.

Was ist der USP (Unique Selling Point) von Baukultur?

Ein hoch entwickeltes Bewusstsein für Baukultur und eine von Offenheit geprägte Planungskultur führen sicherlich zu einer besseren Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt.

Wie kann Baukultur entstehen?

Baukultur ist per se da. Was entstehen sollte, was gefördert werden sollte, ist das Bewusstsein für Baukultur. Es ist sinnvoll, einen liebevollen, wohlwollenden Blick zu kultivieren, der auch ungeliebte Architekturen und Strukturen einschließt.

Wie kann Baukultur in Zeiten des Klimawandels unsere Welt besser machen?

Heute ist es nicht mehr möglich, sich all jener Architekturen und Strukturen zu entledigen, die aus der Mode geraten sind oder aus anderen Gründen ungeliebt sind. Ein liebevoller, wohlwollender Blick kann dazu beitragen, dass sich die Bürger damit arrangieren.

Wie ist Ihre Vision von einem Ort, in dem Baukultur gelebt und umgesetzt wird?

Idealerweise führt ein hoch entwickeltes Bewusstsein für Baukultur auch zu einer partizipativen, von Offenheit geprägten Planungskultur.