Idee schlägt Scheckbuch

Kein ganz neuer, aber ein wirksamer Trend kommt aus deutschen Metropolen: Idee schlägt Scheckbuch. Die Städte versuchen, trotz eines Verkaufs von Grundstücken auf die langfristige Entwicklung der jeweiligen Situation Einfluss zu nehmen. Für den Verkauf von Filetstücken ist in Berlin, Stuttgart und Hamburg nicht mehr allein der Preis ausschlaggebend, den Zuschlag erhält das Konzept, welches den größten zusätzlichen Benefit für den Ort verspricht.

Die Vergabe nach Konzeptqualität ermöglicht der Stadt als Verkäuferin nichts weniger als einen Einfluss auf die Stadtentwicklung trotz Verkauf der Immobilie. Dahinter steckt z.B in Berlin die Entwicklung des ‚Konzeptverfahren‘ als neues Vergabeverfahren, welches im Fall der Anwendung das Bieterverfahren ersetzen soll. Eine wegweisende Entwicklung.

Vorab nicht quantifizierbare Vorteile läuten so eine neue Wertermittlung für Immobilien ein. In der FAZ vom 01.03.2014 ist hierzu ein Artikel erschienen, der die Beispiele genauer beleuchtet.

Aus dem Inhalt:
„Manchmal geschieht so etwas wie ein Wunder. Neulich zum Beispiel mitten in Berlin-Kreuzberg. Dort hatte beim Gerangel um die Vergabe eines begehrten Grundstücks jener Investor das Nachsehen, der den höchsten Preis bot. Denn die Stadt als Eigentümerin verzichtete auf immerhin eine halbe Million Euro, die er mehr zu zahlen als die Konkurrenz bereit war, und verkaufte das 2500 Quadratmeter große Filet-Baufeld stattdessen an eine Truppe namens Frizz23. Hinter dem Namen verbirgt sich kein Szenebrausefabrikant, sondern eine Gruppe von 30 Kreativen und Künstlern, die auf dem Areal ihre eigenen Studios, Ateliers und Büros bauen wollen.“

Ich denke, dass dieser Trend auch für eine wachsende Stadt wie Paderborn sinnvoll sein könnte.